Hilfe, ich habe meine schwangere Frau betrogen!

Doch bevor hier jemand die bösen triebgesteuerten Männer verurteilt, wollen wir kurz die Schwangerschaft aus Sicht des werdenden Vaters beschreiben. Da ergibt sich nämlich ein ganz anderes Bild, als es die werdenden Mütter sowie das gesamte soziale Umfeld erwarten würden:

Partnerin plötzlich zickig und gereizt

Werdende Väter beklagen oft, dass die Partnerin sich in letzter Zeit anders verhält. Sie ist gereizt und streitsüchtig, der geringste Anlass wird aufgebauscht und es gibt eigentlich nur noch Streit.

André: „Seit wir wissen, dass wir bald Eltern werden, hat sich unsere Beziehung von Grund auf geändert. Und zwar nicht zum Positiven. Mit wird richtig Angst, wenn ich an unsere gemeinsame Zukunft denke. Auf das Baby habe ich schon gar keine Lust mehr, es stört nur noch, obwohl es noch gar nicht da ist. Aber nach aussen mache ich gute Miene und tue so, als würde ich mich hammermässig freuen. Dabei würde ich am liebsten weglaufen oder alles rückgängig machen.“

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Alles dreht sich nur noch ums Baby, sogar schon vor der Geburt – Eifersucht

Viele Männer reagieren unterschwellig eifersüchtig. Alles dreht sich plötzlich nur noch um das Baby. Die Beziehung mit allem was Spass macht steht im Hintergrund. Das Baby – obwohl es noch nicht einmal geboren ist – nimmt einen riesigen Platz ein und verdrängt alles andere. Das Leben macht plötzlich keinen Spass mehr, sondern ist nur noch Verantwortung.

André: „Von mir wurden plötzlich Sachen verlangt, auf die ich irgendwie grad gar keine Lust hatte. Ich sollte jeden Tag pünktlich um 18 Uhr daheim sein. Ein Feierabendbier mit Kollegen war unter Androhung der Todesstrafe verboten. Einmal habe ich gefragt, ob sie was dagegen hätte, wenn ich ein Vespa-Wochenende mit Freunden machen würde. Sie hat zwei Wochen lang mit mir kein Wort mehr geredet. Was soll ich davon halten? Soll mir das noch Spass machen? Ist das normal so? Wird das Leben nach dem Schwangerschaftstest einfach negativ?
 

Keine Lust auf Sex mit Partnerin

Auch der Sex ist eine Sache für sich. Während Sex in einer kinderlosen Beziehung locker ist und einen grossen Stellenwert einnimmt, verkommt er in der Schwangerschaft zur Bedeutungslosigkeit. Und oft sind es die Männer, die plötzlich keine Lust mehr auf die Frau haben, besonders dann, wenn die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist und der dicke Bauch nicht mehr zu übersehen ist. Den Männern sei dabei kein Vorwurf zu machen: die Natur hat das so eingerichtet. Der Zweck von Sex ist, Babies zu machen – wenn sie aber schon schwanger ist, gibt es keinen Grund mehr, beim Sex Energie zu verschwenden. Für Unlust in der Schwangerschaft kann man den Männern daher gar keinen Vorwurf machen. Respektive: die Lust wäre schon da, einfach nicht auf die schwangere Partnerin.

Kommt erschwerend hinzu, dass schwangere Frauen oft eine gesteigerte Libido haben und dann wird es wirklich langsam kompliziert. Wenn er dann auch noch muss, obwohl er keine Lust hat, dann wird es langsam mühsam.

André: „Das mit dem Sex war besonders anstrengend. Also ich hatte da komplett keine Lust mehr drauf. Ich fand meine Freundin plötzlich gar nicht mehr sexy und als sie dann auch noch rundrum dicker wurde, war meine Lust wie weggeblasen. Dummerweise war das bei ihr genau anders herum und so kam ich mir irgendwie verfolgt vor. Ich wich sämtlichen Situationen aus, die irgendwie in Sex münden könnten. Ich ging extra später ins Bett, oder wenn sie später heimkam stellte ich mich schlafend. Nach dem Duschen schlüpfte ich sofort in meine liebestötendsten Sachen, damit sie ja nicht auf Ideen kommt. Bei anderen Frauen hatte ich diesen Fluchtreflex allerdings gar nicht. Eher im Gegenteil! Sobald ich irgendwo eine halbwegs schöne Frau sah, wurde ich zum wilden Tier…
 

Gedanke, dass man Baby beim Sex verletzen könnte

Auch der Gedanke, dass Mann beim Sex das Baby verletzen könnte, schwirrt vielen Herren durch den Kopf und lässt die Lust am Sex auf den Nullpunkt sinken. Hier haben die meisten Männer ein Problem und versuchen, dem irgendwie auszuweichen.


André: „Ich kam irgendwie mit dem Gedanken nicht zurecht, dass da ein fast fertiges Baby bei ihr im Bauch ist und ich genau dort mit meinem Lümmel herumschlingere. Ich meine, wer will schon, dass das erste was das Kind von einem zu sehen kriegt, der eigene Lümmel ist. Ich weiss dass das Blödsinn ist, aber der Kopf lässt sich irgendwie nicht abschalten.“

Und so kommt eins zum anderen und das führt oft zu der Situation, dass selbst junge Männer Potenzprobleme bekommen, was der Männlichkeit zusätzlich einen Schlag versetzt.
 

Partnerin plötzlich nicht mehr Frau, sondern Mutter

Wenn die eigene Partnerin von der Geliebten zu Mutter der eigenen Kinder wird, muss die Sexualität neu gefunden werden. Das ist für beide nicht ganz einfach. Für den werdenden Vater ganz besonders, weil er ja selbst nicht schwanger ist und sich daher selbst auch gar nicht verändert. Will heissen: seine Sexualität mit all ihren Bedürfnissen bleibt eigentlich gleich. Und damit kommen wir zum angesprochenen Problem: Wohin mit den vielen Hormonen?
 

Ein Seitensprung in der Schwangerschaft

…das klingt jetzt erst einmal ganz niederträchtig und alle – besonders unsere geneigten Leserinnen – rümpfen hier empört die Nase. Was das Problem aber auch nicht löst, das da wäre: die Lust des Mannes ist auch während der Schwangerschaft seiner Partnerin noch gleich hoch wie vorher, nur mit dem Unterschied, dass er nun kein oder nur wenig Interesse an seiner schwangeren Partnerin hat, sondern das Interesse an anderen Frauen plötzlich gross wird.

Die Frage ist: wie damit umgehen? Für die einen ist das ein ganz klarer Fall: Enthaltung ist angesagt, im Notfall Handbetrieb. Aber sonst nichts!!!

André: „Also ich geb es zu: in dem Moment wo ich wusste, dass wir ein Baby kriegen, hatte ich Null sexuelles Interesse an meiner Partnerin. Da war nichts mehr. Ich liebte sie immer noch und hätte alles für sie getan. Nur Sex war irgendwie kein Thema mehr. Blöderweise war das Interesse an Sex damit nicht generell erledigt. Eher im Gegenteil. Ich sabberte jeder einigermassen hübschen Frau hinterher, machte kecke Sprüche und Komplimente und war auch generell plötzlich viel empfänglicher für andere Kontakte. Meine Koleginnen erzählten mir später, ich sei in dieser Zeit viel aufgeschlossener und zugänglicher gewesen. Wenn die wüssten…“

Ein gewordener Vater, der hier anonym bleiben möchte, beschreibt die Zeit der „gemeinsamen“ Schwangerschaft folgendermassen: „Meine Frau war zum ersten Mal schwanger und wir gingen da gemeinsam durch, mit allem Pipapo: Vorbereitungskurs, Beckenbodengymnastik, Wickelkurs. Ich machte alles tapfer mit, aber meine Gedanken schwebten immer wieder woanders hin. Weg von dicken Bäuchen und Gebärsälen, hin zu sexy Popos und dicken Titten. Nach 5 Monaten war ich irgendwie fix und fertig und wollte von dem Babythema nichts mehr wissen. Dafür war ich sexuell regelrecht auf der Suche. Ich versuchte, mir selbst auf die Finger zu klopfen, aber keine Chance. Nach Feierabend ging ich manchmal in eine Bar, um abzuschalten und mich moralisch auf den Babystress daheim vorzubereiten. Und da sass immer diese süsse kleine Polin dort. Wir kamen schnell ins Gespräch und sie tat mir so richtig gut. Ich schwöre, ich wollte eigentlich nur mal über was anderes reden als nur Presswehen und Blasensprung. Ehrlich gesagt wollte ich vor allem mal wieder über Sex reden. Und das taten wir dann auch. Aber beim Reden blieb es eben nicht lange. Als sie mir ins Ohr flüsterte, dass sie unter ihrem Kleid kein Höschen trägt und ob ich da mal fühlen wollte, war ich fix und fertig und wollte nur noch genau das: dort mal fühlen. Wir fühlten dann zwei Stunden lang bei ihr zuhause und ich schwebte im siebten Himmel. Bis ich vom schlechten Gewissen regelrecht erschlagen wurde. Ich zottelte heim wie ein geschlagener Pudel und machte von da an tapfer die letzten 3 Monate Geburtsvorbereitung mit – und am Abend traf ich meine kleine Polin, die mich auf andere Gedanken brachte.“
 

Was tun, wenn die Lust die Moral überwiegt?

Ein Seitensprung in der Schwangerschaft ist mit Sicherheit das Niederträchtigste was es im Leben eine Partnerschaft geben kann, das ist sicher allen klar. Aber es löst keine Probleme, mit der Moralkeule zu schwingen. Wir kommt Mann also aus diesem Hexenkessel heraus?

1) Es sind nur neun Monate!

Okay, das klingt lang, aber auch 9 Monate gehen vorbei und wenn der Nachwuchs mal da ist, können sich Väter endlich damit identifizieren und auch aktiv etwas beisteuern. Meist wird es dann leichter, sich sexuell mal etwas zurückzunehmen.

2) Locker bleiben

Babystress daheim? Ruhig bleiben, die Partnerin daran erinnern, dass es im Leben auch noch anderes gibt und sie es nicht so kolossal übertreiben soll. Den Sex mit ihr geniessen, solange es beiden noch Spass macht. Keinen Druck ausüben und nicht jammern, weil der Sex vorher vielleicht besser war.

3) Reden – auch über Sex

Eine gute Beziehung schafft auch mal eine Zeit lang Enthaltsamkeit. Wichtig ist, dass auch in dieser Zeit darüber geredet wird. Sind Sie als Mann unzufrieden? Können Sie beim Sex nicht abschalten? Haben Sie keine Lust mehr oder sind unsicher? Teilen Sie Ihre Bedenken mit Ihrer Partnerin. Dann gibt es keine Missverständnisse.

4) Selber machen ist besser als Fremdgehen

Fremdgehen ist und bleibt Betrug. Daran ändert es auch nichts, wenn Sie nur fremdgegangen sind, weil Sie Ihr Baby beim Sex nicht verletzen wollten. Tun Sie es besser gar nicht erst, dann plagt Sie nachher kein schlechtes Gewissen. Und gegen den sexuellen Stau hilft wie immer: Fünf gegen Einen. Das ist zumindest kein Betrug!

5) Niemals beichten!!!

Und wenn es doch passiert ist? Wir raten ja generell davon ab, einen Seitensprung zu beichten. Aber in diesem speziellen Fall verbieten wir es sogar ausdrücklich. Eine Beichte würde nur unnötig die Gesundheit der Schwangeren belasten und kann im dümmsten Fall zu vorzeitigen Wehen führen. Und vom gesundheitlichen Aspekt einmal abgesehen würde eine Beichte nur noch zusätzliche Probleme schaffen und keine lösen. Und nur um Ihr Gewissen zu beruhigen ist es das auch wieder nicht wert. Mal ganz abgesehen davon dass ihr ganzer Familien- und Freundeskreis davon erfahren würde und Sie dann endgültig als totaler Vollpfosten dasteht, der seine schwangere Partnerin betrogen hat. Das wollen Sie ja auch wieder nicht.
 

Fazit

Sexuelle Auswärtsfantasien während der Schwangerschaft sind beim Mann normal und auch nachvollziehbar. Die Beziehung zur Partnerin hat sich verändert, die Partnerin höchstwahrscheinlich auch. Dennoch ist Betrug während der Schwangerschaft gesellschaftlich besonders geächtet und daher ist hier dringend Vorsicht geboten. Wir raten dringend, die Zeit zu überbrücken und notfalls auf Handbetrieb umzustellen. Und wenn es doch passiert ist und ein Seitensprung stattgefunden hat, dann auf keinen Fall der Partnerin beichten. Frauen verzeihen Betrug in dieser sensitiven Zeit eigentlich nie.

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